Italien


Rund 20% des auf der gesamten Erde erzeugten Weines stammt aus Italien. Nur Frankreich kommt von Zeit zu Zeit, wenn die italienische Ernte etwas geringer ausfällt, auf vergleichbare Mengen, die sich in der Größenordnung um 6 Milliarden Liter bewegen. Einerseits scheint das eher erstaunlich für dieses doch relativ kleine Land, andererseits gibt es wohl kaum eine Nation, deren Klima, Geographie, Geologie und Topographie sich so sehr für den Weinbau eignet. Weite, hügelige Landstriche erlauben es den Winzern in über 20 Einzelregionen, die Hänge mit Reben zu bepflanzen. Eine andere Nutzung würde weniger Sinn machen. So steht ganz selbstverständlich fast die gesamte landwirtschaftliche Fläche für den Weinbau zur Verfügung.

Nahezu alle italienischen Regionen haben sich mittlerweile weltweit einen Namen gemacht, die anderen haben die besten Voraussetzungen dazu und werden bei Weinkennern früher oder später ein ebensolches Renomée erzielen wie Piemont, Toskana, Venezien, Friaul, Umbrien, Emilia-Romagna und andere. Gerade die Winzer der Toskana haben es vorgemacht und durch Verbesserungen der Kellertechnik den Brunello, Chianti und Vino Nobile di Montepulciano in die erste Liga des italienischen Weines geführt. Und andere schlafen auch nicht. Man hat sehr wohl beobachtet, was sich in der Toscana tut, und in den bisher eher rückständigen Regionen weiß man was zu tun ist. Das Wein-Italien ist also noch lange nicht ausgereizt, was die Qualität der Weine anbelangt.

Traditionell hatten überwiegend die großen Erzeuger, aufgrund der Vorliebe der Italiener selbst, auf leichte, fruchtige Weißweine gesetzt, bis hin zu spritzigen oder schäumenden Weinen. Trockene Weißweine der Spitzenklasse sind eher selten. Einige Winzer sind durchaus dazu in der Lage, es ist aber nicht leicht, hier fündig zu werden. Der Absatz von herausragenden Rotweinen war eher gering. Sie waren der im Verhältnis recht kleinen Schar von Weinliebhabern und -kennern vorbehalten. Der Boom der jüngsten Vergangenheit hat jedoch Namen wie Barolo, Barbaresco, Brunello und Chianti Classico in alle Munde gebracht und immer mehr Weinfreunde in aller Welt erfreuen sich an diesen edlen Tropfen. Der Markt verlangt mehr und mehr nach Qualität – und dies nicht nur bei italienischen Gewächsen.

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